Manuelle Espressomühle für Einsteiger

Wir haben zwar schon seit Ewigkeiten einen Kaffeevollautomaten, der alle möglichen Kaffeespezialitäten zubereiten kann, aber Espresso kann er nicht. Er schmeckt einfach nicht. Selbst wenn Espressobohnen drin sind. Warum ist das so? Weil die Kaffeemaschinen meistens auf Kaffee eingestellt sind. So auch das Mahlwerk. In der Regel geht niemand hin und stellt jedes Mal das Mahlwerk neu ein. Ich hätte auch nie gedacht, dass es so gravierende geschmackliche Unterschiede zwischen grob und fein gemahlenen Kaffeebohnen gibt. Da ich Espresso liebe, habe ich mich dazu entschieden, mir eine manuelle Espressomühle zu gönnen. Aber einfach mal so eine Espressomühle zu kaufen, ist gar nicht so einfach. Es gibt einiges zu beachten, damit das Geschmackserlebnis später auch das richtige ist. Und vor allem sollte sie langlebig sein. Auch das Mahlwerk muss einigen Qualitätsmerkmalen entsprechen, damit später beste gemahlene Espressobohnen rauskommen.

Wusste ich vorher auch nicht: Espresso wird anders gemahlen als Kaffee. Wesentlich feiner. Das muss das Mahlwerk definitiv können. Viele manuelle Kaffeemühlen können eben nicht fein eingestellt werden. Zumindest nicht so fein, dass man es Espresso nennen kann. Also gehen wir es der Reihe nach durch, damit du beim Kauf deiner manuelle Espressomühle keinen Fehlkauf machst und lange frischen und leckeren Espresso genießen kannst.

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Unterschied zwischen Kaffeemühle und Espressomühle

Wie bereits gesagt, gibt es Unterschiede zwischen manuellen Espresso- und Kaffeemühlen. Äußerlich unterscheiden sie sich auf den ersten Blick kaum bis gar nicht. Entscheidend ist, was drin steckt bzw. wie es rauskommt.

In der Regel sind Espressobohnen härter als Kaffeebohnen. Da muss ein Mahlwerk auch erstmal mit fertig werden. Daher sind die Mahlscheiben von manuellen Espressomühlen mit einem zusätzlichen Gegenschliff ausgestattet. Dadurch  können die Espressobohnen besser gegriffen werden. Zwar schon gesagt, aber nochmal zur Erinnerung: Kaffeemühlen mahlen nicht so fein wie Espressomühlen. Das Mahlwerk von Kaffeemühlen lässt sich nicht so fein einstellen, was für perfekten Espresso unabdingbar ist. Um perfekten Espresso zu bekommen, muss das Pulver sehr fein gemahlen sein. Daher ist es wichtig, dass du das Mahlwerk bei der manuellen Espressomühle sehr fein einstellen kannst.

Tip Nr 1: Achte darauf, dass du das Mahlwerk fein einstellen kannst. Oftmals werden manuelle Kaffeemühlen als manuelle Espressomühlen angeboten.

Welche Mahlwerke gibt es?

Damit die Espressobohnen fein gemahlen werden können, ist nicht nur die Einstellung entscheidend, sondern auch die Art und Beschaffenheit des Mahlwerkes. Es gibt 4 Arten von Mahlwerken, wobei nur eines davon wirklich für den privaten Gebrauch in Frage kommt.

Mahlwerkarten in Kaffee- und Espressomühlen

Schlagmahlwerke: Oft in elektrischen Kaffeemühlen verbaut und mit dem Hinweis, dass mit der elektrischen Kaffeemühle auch Nüsse, Samen etc. gehackt werden können. Bemerkt? Gehackt werden können! Kaffeebohnen und erst recht Espressobohnen werden nicht gehackt, sondern gemahlen. Daher Finger weg von Schlagmahlwerken, die das Aroma von Kaffee- und Espressobohnen “zerstören”.

Scheibenmahlwerke: Das Scheibenmahlwerk bringt schon ganz andere Ergebnisse hervor, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Das Prinzip ist einfach: Die Scheiben liegen übereinander, so dass die Kaffee-/Espressobohnen durch die Scheiben gedrückt werden können. Da die Scheiben in entgegengesetzter Richtung laufen und der Platz für die Bohnen nach außen hin immer enger wird, werden sie dadurch zerkleinert. Scheibenmahlwerke werden nicht in manuellen Espressomühlen verbaut. Diese befinden sich eher in elektrisch betriebenen Kaffee- bzw. Espressomühlen. Nachteil ist, wenn die Scheiben zu klein sind, drehen sich die Scheiben schneller, was wiederum das Mahlgut erwärmt und die empfindlichen Aromen im Mahlgut zerstört.

Walzenmahlwerke: Das Walzenmahlwerk wird auch Langsammahlwerk genannt. Wie der Name schon sagt, geht es bei diesem Mahlwerk eher gemächlich zu. Was auch gut ist, da hier keine Wärme beim Mahlen entsteht und das Aroma der Kaffee- oder Espressobohne erhalten bleibt. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Bohnen zerdrückt und nicht zerrieben werden. Der Nachteil dieses Mahlwerkes ist, dass es so gut wie in keiner handelsüblichen Kaffee- oder manuellen Espressomühle verbaut ist, da es zu teuer ist. Kaffeemühlen mit Walzenmahlwerken sind sehr große Mühlen und werden in erster Linie in Röstereien ihre Anwendung finden. Alternativen sind hybride Modelle, wo das Mahlwerk mit einem Kegelmahlwerk kombiniert ist. Aber auch diese befinden sich preislich im High-End-Bereich.

Kegelmahlwerke: Wie du dir vielleicht denken kannst, ist die Form dieses Mahlwerkes einem Kegel sehr ähnlich. Das Kegelmahlwerk funktioniert ähnlich wie das Scheibenmahlwerk nur mit dem Unterschied, dass aufgrund der Bauweise die Espressobohnen nicht durch das Mahlwerk “geschleudert” werden, sondern aufgrund der Schwerkraft nach unten fallen. Ein großer Vorteil ist, dass weniger Wärme entsteht und das Aroma der Espressobohnen geschont wird. Genau das, was wir wollen.

 

Keramik oder Stahl?

Mahlwerke können aus Keramik oder Stahl bestehen. Beide Materialien haben ihre Vor- und Nachteile. Während der Stahl bei hoher Reibung und schnellem Drehen Wärme erzeugt, ist hier die Gefahr, dass die Aromen zerstört werden. Keramik erzeugt nicht so schnell Wärme, was wiederum die Aromen schont. Allerdings ist Keramik wesentlich empfindlicher als Stahl. 

Ich habe mir angewöhnt, bei einem Stahlmahlwerk langsam zu drehen, da erst gar keine oder kaum Wärme entsteht.

Tip Nr 2: Achte darauf, dass deine manuelle Espressomühle ein Kegelmahlwerk hat. Das Mahlwerk sollte aus Keramik oder Stahl bestehen.

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Welche manuelle Espressomühle für Einsteiger

Ob du bei Amazon schaust oder einfach google befragst, Angebote zu manuellen Espressomühlen gibt es viele. Die Frage die sich stellt: Welche ist die richtige und was bekomme ich für mein Geld? Als "Einsteiger" muss es ja nicht gerade das High-End-Gerät sein. Natürlich musst du das selber wissen. Dazu später aber mehr. Aber auch für den Anfang sollte die Qualität stimmen. Eine manuelle Espressomühle, die für den Anfang perfekt ist, die von Waldwerk. Hochwertige Materialien wie Eichenholz und Aluminium sowie Edelstahl für das Mahlwerk. Diese habe ich persönlich auch und bin super zufrieden. Qualität und Mahlergebnis stimmt. Der Mahlgrad lässt sich super easy einstellen und bietet viele Feineinstellungen für ein perfektes Ergebnis. Auch die Reinigung ist sehr einfach. Diese manuelle Espressomühle besitzt ein scharfes Kegelmahlwerk. Weitere Pluspunkte sammelt sie, da sie 100% plastikfrei ist, also auch die Verpackung.

Welche ist die beste manuelle Espressomühle

Natürlich, wie bei allen Dingen, geht es immer besser. So auch bei den manuellen Espressomühlen. Da es hier fast kein Ende gibt, möchte ich dir hier zwei Handmühlen für Espresso vorstellen. Eine High-End Espressomühle und ein “Mittelding”.

Ich muss dazu sagen, ich habe mit beiden Espressomühlen keine Erfahrung. Ich hatte die timemore slim damals vor dem Kauf meiner Waldwerk Espressomühle in Betracht gezogen. Aber aufgrund des Preises habe ich mich für die Waldwerk entschieden. Lediglich meine Recherche und Erfahrungsberichte anderer Nutzer brachten mich zu dem Entschluss, diese beiden manuellen Espressomühlen zumindest vorzustellen.

Zum einen gibt es die Commandante C40. Der Ferrari unter den manuellen Espressomühlen. Laut den Nutzern mahlt sie das perfekte Espressopulver. Neben dem perfekten Ergebnis, welches einer 10x so teuren Espressomühle gleicht, zeichnet sich die Commandante C40 durch ihr verbautes Material aus. Herzstück ist natürlich das Mahlwerk, welches speziell für diese Espressomühle entwickelt wurde. Diese besteht aus einem patentierten Sonderedelstahl, was diese Mühle besonders langlebig macht. Natürlich lässt sich bei der Commandante C40 der perfekte Mahlgrad für Espresso einstellen.

Die timemore Espressomühle ist die beste Alternative unter den manuellen High-End-Espressomühlen. Auch bei dieser manuellen Espressomühle wurden hochwertige Materialien bei der Verarbeitung genutzt. Und laut meiner Recherche lässt das Mahlergebnis auch nach Monaten nicht nach, was für ein sehr gutes Mahlwerk spricht. Nur beim Kauf bitte aufpassen. Es gibt drei verschieden timemore-Mühlen. Wenn du sie explizit für das Mahlen von Espressobohne benötigst, dann greife zur timemore slim. Wenn du dich nicht entscheiden kannst, dann gibt es noch die timemore slimplus, die laut Hersteller Kaffee- und Espressobohnen mit perfekten Ergebnis mahlen kann.

Tip Nr 3: Als Einsteiger eignet sich hervorragend die Waldwerk Espressomühle. Einfachste Bedienung und Mahlgradeinstellung.

Hier nochmal im Überblick

Richtigen Mahlgrad einstellen bei Espressomühle

Espressopulver hat bei der Brühung sehr kurzen Kontakt mit dem Wasser. Daher ist der perfekte Mahlgrad für Espressopulver sehr fein. Das vergrößert die Oberfläche des Mahlgutes und setzt somit besser die Aromen frei. Die Einstellung des Mahlwerkes bei manuellen Espressomühlen ist immer anders. Daher lässt sich nicht pauschal sagen: Stelle das Mahlwerk auf Null und dann 12 Klicks weiterdrehen. Hier kommt es auf die Konstruktion des Mahlwerkes an. Für den Anfang verlasse dich auf die Vorgabe des Herstellers. Von da aus kannst du etwas herumexperimentieren. Je nachdem, ob du es feiner oder etwas gröber haben möchtest. Übung macht den Meister.

Ich habe bei meiner oben genannten manuellen Espressomühle das Mahlwerk auf 9 eingestellt. Was leicht über der Empfehlung des Herstellers liegt. Mir persönlich schmeckt es so am besten.

 

Zubereitung Espresso

Natürlich willst du die Espressobohne nicht nur mahlen, sondern auch irgendwann mal aufbrühen und trinken. Der richtige Mahlgrad bestimmt den Geschmack deines geliebten Espressos. Das ist schon die halbe Miete, wenn dein Espressopulver die perfekte Körnung hat. Klassisch wird der Espresso in einem Espressokocher zubereitet. Die Bialetti ist wohl der bekannteste Espressokocher. Da ich mir meinen Espresso auch in der Bialetti mache, erkläre ich hier, worauf zu achten ist, wenn du dir deinen Espresso ebenfalls in der Bialetti machst. Kann ehrlicherweise nicht sagen, ob das sich auf andere Espressokocher übertragen lässt.

Neben dem Mahlgut ist auch die richtige Wassermenge entscheidend. Nimmst du zu viel, wird der Espresso etwas dünn. Nimmst du zu wenig, kann er sehr stark werden. Daher habe ich folgenden Tipp für dich: Bei der Bialetti gibt es am Wasserkessel ein Ventil. Egal welche Bialetti du nutzt, wenn du die Kanne voll machen willst, fülle so viel Wasser rein, bis der Wasserstand knapp unter diesem Ventil ist. Befülle das Sieb großzügig mit deinem frisch gemahlenem Espressopulver. Achtung: Nicht fest drücken! Das Pulver muss locker im Sieb liegen. Jetzt setzt du das Sieb auf den Wasserkessel und schraubst die Kanne darauf. Stell die Bialetti auf den heißen Herd, bis es anfängt zu “gurgeln”. Sobald das geschehen ist, kannst du den Herd ausstellen. Warte bis es aufhört zu “gurgeln” und fertig ist dein Espresso.

Inzwischen gibt es die Bialetti für jede Herdart, in diversen Ausführungen und Größen. Daher entscheide selber, welche Bialetti du benötigst beziehungsweise dir gefällt. Ob für 2 Tassen oder 4. Achte nur darauf, dass dein Espressokocher zu deiner vorhandenen Herdart passt.

Mein persönlicher Favorit (für Induktion): Schlicht und einfach! Perfekt um 4 Tassen Espresso zu kochen.

Rezept für Kaffee Mocca a la Alex

Und weil du so artig diesen Blogbeitrag über die manuelle Espressomühle gelesen hast, habe ich hier noch ein sehr leckeres Espresso-Rezept für dich. Ursprünglich wollte ich mit dieser Kreation etwas anderes erreichen, aber meiner Frau, meiner Eltern und mir schmeckt das so gut, dass ich es unbedingt mit dir teilen möchte.

Pro Getränk benötigst du

  • einen doppelten Espresso
  • 2-3 Teelöffel guten Kakao
  • optional: ½ Teelöffel Zimt
  • 70 - 120 ml kalte Milch (geht auch mit warmer Milch, lässt sich aber nicht so gut aufschäumen!)
  • einen manuellen oder elektrischen Milchaufschäumer
  • Tasse für den Mocca a la Alex

Bereite deinen doppelten Espresso, nachdem du ihn in deiner manuellen Espressomühle gemahlen hast, ganz normal im Espressokocher zu  (siehe oben). Gebe den Kakao in die Tasse, wenn du magst, kannst du auch noch einen ½  Teelöffel Zimt mit dazu. Schäume in einem separaten Gefäß die Milch auf. Bei einem manuellen Milchaufschäumer erübrigt sich das:-), da das Gefäß schon dran ist. Wenn der Espresso fertig ist, schüttest du ihn in die Tasse und rührst den Espresso mit dem Kakao um, bis der Kakao sich aufgelöst hat. Jetzt gibst du die aufgeschäumte Milch hinzu. Fertig

Tip 4: Wenn du dich für eine manuellen Milchaufschäumer entscheidest und doch lieber  warmen Milchschaum magst, dann empfehle ich dir einen Milchaufschäumer, den du direkt auf den Herd stellen kannst. Achte darauf, dass er für deine Herdart auch geeignet ist. Es gibt manuelle Milchaufschäumer für alle gängigen Herdarten.

Noch ein Tipp zum manuellen Milchaufschäumen: Das Gefäß vom Milchaufschäumer maximal zu ⅓ voll. nicht mehr. 1. spritzt sonst beim Pumpen die ganze Milch oben wieder raus und 2. nimmt die Milch an Volumen zu. 

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