Paarspiel selber machen – so frischst du deine Beziehung auf einem ganz neuen Weg auf
Manchmal braucht eine Beziehung keinen großen Anstoß – sondern einfach eine neue Idee. Einen Abend, der anders ist als alle anderen. Etwas, das Spannung erzeugt, bevor überhaupt irgendetwas passiert ist. Kein teures Restaurant, kein Kurzurlaub, keine aufwendige Planung – sondern ein selbstgemachtes Spiel für zwei.
Ich habe das vor einigen Jahren zum ersten Mal ausprobiert und war selbst überrascht, wie viel ein einfaches DIY-Brettspiel in einer Beziehung auslösen kann. Hier ist, wie es funktioniert – in zwei Varianten, von einfach bis aufwendig.
Warum ein selbstgemachtes Paarspiel funktioniert
Beziehungen werden nicht schlechter, weil die Liebe fehlt. Sie werden manchmal einfach alltäglich. Man kennt sich, man weiß was kommt, die Überraschung fehlt. Ein Spiel löst genau das – nicht weil es ein Wundermittel ist, sondern weil es einen Rahmen schafft, in dem beide Partner etwas Neues ausprobieren können, ohne den ersten Schritt machen zu müssen.
Der Spielmechanismus übernimmt das. Nicht du entscheidest, was als nächstes passiert – der Würfel tut es. Das nimmt Druck raus, schafft Leichtigkeit und – das ist der entscheidende Effekt – erzeugt Vorfreude. Und Vorfreude ist in einer Beziehung oft wertvoller als das Ereignis selbst.
Variante 1 – Das schnelle Paarspiel mit Mensch-ärgere-dich-nicht
Das ist die einfachste Variante und der schnellste Einstieg. Du brauchst dafür kein Bastelmaterial und keine Vorbereitung am Spielabend selbst – nur ein bisschen Zeit vorher.
Was du brauchst: Ein Mensch-ärgere-dich-nicht Spiel, buntes Papier oder Karteikarten in zwei Farben – zum Beispiel rot und blau – und einen Stift. Das war es.
So funktioniert es:
Die Spielregeln bleiben exakt wie bei Mensch-ärgere-dich-nicht. Der einzige Unterschied: Wer rausgeschmissen wird, muss nicht nur seine Figur zurückstellen – sondern zieht auch eine Karte von seinem Stapel und führt die Aufgabe darauf aus.
Damit beide Partner auf ihre Kosten kommen, empfehle ich zwei verschiedene Kartenfarben – rote Karten für die Frau, blaue für den Mann. So kann jede Aufgabe genau dem Partner zugeordnet werden, für den sie gedacht ist. Spielt idealerweise mit jeweils zwei Farben – also zwei Figuren pro Person – damit es öfter zum Rauswerfen kommt und das Spiel schneller in Fahrt kommt.
Regel Nummer 1: Kein Sex bevor das Spiel zu Ende ist. Das ist keine optionale Empfehlung – das ist der Kern des Konzepts. Die Spannung entsteht durch das Warten.
Was auf die Karten kommt: Das entscheidest du nach euren Vorlieben. Starte mit zärtlicheren Aufgaben und steigere die Intensität im Verlauf. Eine Mischung aus sinnlichen und intimeren Aufgaben funktioniert dabei am besten – so baut sich die Spannung natürlich auf.
Variante 2 – Das selbst gestaltete Paarspiel-Brettspiel
Wer mehr Zeit investieren will, bekommt ein Ergebnis, das man immer wieder spielen kann – und das jedes Mal ein bisschen anders ist, weil die Karten jedes Mal anders gezogen werden.
Was du brauchst:
- Blanko-Brettspiel – ein leeres Spielbrett das du selbst gestaltest
- Klebepunkte in 5 Farben – grau, blau, rot, grün, gelb
- Tonpapier in rot und blau – je 5 Bögen für die Aufgabenkarten
- Tonpapier in grün und gelb – je 3 Bögen
- Schwarzer Edding für die Linien
- Optional: Laminiergerät und Laminierfolien damit die Karten länger halten
- Würfel und zwei Spielfiguren
Das Spielfeld gestalten:
- Zeichne mit dem Edding eine Linie, die den Weg des Spiels darstellt – von Start bis zum Ziel. Auf diese Linie klebst du die farbigen Punkte in der von dir festgelegten Reihenfolge. Meine Empfehlung für die Feldaufteilung:
- 20 bis 30 graue Felder für freie Felder oder ein Kleidungsstück ausziehen. 30 blaue Felder für Aufgaben des Mannes. 30 rote Felder für Aufgaben der Frau. 6 grüne Felder für Aufgaben die beide sofort zusammen ausführen. 15 gelbe Felder für Aufgaben die erst nach dem Spiel ausgeführt werden.
- Starte mit vielen freien Feldern am Anfang und steigere die Aufgabendichte im Verlauf – so baut das Spiel organische Spannung auf.
Praktischer Tipp: Schneide dir aus dicker Pappe einen kleinen Abstandshalter von drei bis vier Millimetern und nutze ihn beim Aufkleben der Punkte. So haben alle Felder denselben Abstand – das sieht deutlich professioneller aus als freihand.
Die Karten gestalten:
Schreibe die Aufgaben entweder direkt auf die Karten oder – meine Empfehlung – tippe sie in Word oder Canva, drucke sie aus, klebe sie auf das Tonpapier und laminiere sie danach. Laminierte Karten halten deutlich länger und das Spiel bleibt auch nach vielen Runden nutzbar.
Die gelben Karten haben eine besondere Regel: Sie werden gezogen, wenn man auf ein gelbes Feld kommt, aber nicht vorgelesen und nicht gezeigt. Sie werden beiseite gelegt und erst ausgeführt, wenn beide Partner im Ziel sind. Wenn mehrere gelbe Karten gezogen wurden, entscheidet ihr gemeinsam, welche ihr ausführt.
Was auf die Karten kommt – Ideen und Beispiele
Hier habt ihr maximale Freiheit. Ihr als Paar wisst am besten, was euch gefällt. Das Einzige, was ich empfehle: starte nicht sofort mit den intensivsten Aufgaben – lass das Spiel die Spannung aufbauen.
Für den Einstieg funktionieren sinnliche Aufgaben gut: Massagen, zärtliche Berührungen, Küsse, gegenseitiges Ausziehen. Im Verlauf des Spiels werden die Aufgaben intensiver – das ist der natürliche Rhythmus, den das Spielfeld durch seine Feldaufteilung vorgibt.
Auf den grünen Karten – also die Aufgaben, die ihr sofort zusammen ausführt – eignen sich Dinge, die Nähe schaffen: sich gegenseitig anfassen, gemeinsam ausziehen, enge Berührungen.
Auf den gelben Karten – die am Ende des Spiels – könnt ihr das aufschreiben, was ihr als Höhepunkt des Abends plant. Diese Karten sollten bewusst nicht vorgelesen werden, weil die Ungewissheit die Vorfreude steigert.
Was ihr auf die Karten schreibt, ist vollständig euren Vorlieben überlassen – inklusive Dinge, die ihr schon immer ausprobieren wolltet, aber bisher noch keiner von euch angesprochen hat. Das Spiel schafft dafür einen natürlichen Rahmen, der es leichter macht.
Ergänzend zu den Aufgabenkarten kann auch Paarvibrator-Zubehör als zusätzliche Spielebene eingebaut werden – das ist kein Muss, aber eine Option, die den Abend nochmal auf ein anderes Level hebt.
Hinweise bevor du anfängst
Dieses Spiel ist für alle Paare – unabhängig von Geschlecht oder Orientierung. Die Farb- und Aufgabenzuordnung kannst du vollständig an eure Situation anpassen. Was für ein heterosexuelles Paar gilt, gilt genauso für homosexuelle Paare – die Karten werden einfach entsprechend beschrieben.
Außerdem: Dieses Spiel macht nur Spaß, wenn beide mitspielen wollen. Es ist keine Überraschung, die man jemandem aufzwingt – es ist eine Einladung. Sprich kurz darüber, dass du etwas Besonderes geplant hast, bevor du das Spielbrett auspackst. Die Neugier darauf, was es ist, reicht als Einstieg vollkommen.
Fazit: Beziehung auffrischen mit einem selbstgemachten Paarspiel
Ein selbstgemachtes Paarspiel ist kein Ersatz für Kommunikation oder echte Nähe – aber es ist ein wunderbarer Anstoß. Es schafft einen Abend, der anders ist, der Spannung aufbaut und der euch beide in eine Situation bringt, in der ihr euch neu begegnen könnt.
Die einfache Variante mit Mensch-ärgere-dich-nicht ist in einer Stunde vorbereitet und sofort spielbar. Die aufwändigere Variante braucht mehr Zeit – ist aber ein Unikat, das immer wieder gespielt werden kann und mit der Zeit immer vertrauter und gleichzeitig immer aufregender wird.
Hallo, super Idee 👍🏻hat mir gerade mein Mann geschickt, da ich zur Zeit in einer Depression stecke, fällt mir oft die Kraft u Ideen. danke schön 👍🏻 werden es testen
Hallo Anja, das tut mir leid, dass es dir gerade nicht so gut geht. Umso mehr freut es mich, wenn ich euch mit dieser Idee helfen kann. Seid einfach kreativ. ich wünsche euch viel Spaß und würde mich über dein Feedback freuen.